Diagnose per Videochat?

Nächstes Jahr sollen zwei Pilotenprojekte in Niedersachen starten bei denen es darum geht, Diagnosen per Videochat zu stellen.
Konkret geht es zum einen um ein Projekt in Melle bei Osnabrück, bei denen sich Pfleger in fünf Altenheimen den Hausarzt zu den Bewohnern per Videochat holen.
Zum anderen soll in Osnabrück oder Hannover eine große Klinik Videosprechstunden während des Bereitschaftsdienst anbieten.
Der große Vorteil bei diesem Verfahren ist die Zeitersparnis der einzelnen Ärzte. Oftmals kann der jeweilige Arzt vorab durch gezielte Fragen klären, ob es notwendig ist, sich den Patienten einmal genauer anzuschauen oder nicht. Hinzukommt, dass die Ärzte den Patienten durch den Videochat sehen können und sich einen ersten Eindruck verschaffen können im Gegensatz zu einem Telefonat.

Zurzeit ist es erlaubt, dass Ärzte die Folgebehandlungen per Videosprechstunde anbieten können, angenommen sie haben den Patienten vorab in ihrer Praxis gesehen. Im Mai 2018 soll beim Deutschen Ärztetag in Erfurt entschieden werden, ob eine Änderung dieser Regelung vorgenommen werden soll, laut dem Bundesärztekammervorstand Franz Bartmann.
Es ist hilfreich Videosprechstunden einzuführen, um eine gute Gesundheitsversorgung unteranderem auf dem Land sicherzustellen, laut Gisbert Voigt vom niedersächsischen Ärztekammervorstand.

Ein Beispiel zeigt der Hausarzt Micha Neubert aus Osnabrück, der seit Anfang 2017 Online-Sprechstunden anbietet. Nach eigenen Aussagen möchte er seinen Patienten Service anbieten, allerdings macht er damit noch Verluste.
Die Entscheidung im Mai beim Deutsche Ärztetag wird zeigen, in welche Richtung sich die Diagnose per Videochat entwickelt. Da der Ärztemangel auf dem Land tendenziell steigt anstatt singt, ist es vor allem in diesen Regionen hilfreich, sich nach geeigneten Alternativen umzuschauen.