Wir bleiben süß!

In Großbritannien und Irland werden Softdrinks mit sehr viel Zuckeranteil höher besteuert als Getränke mit weniger Zucker. Die Maßnahme wird umgesetzt, um die Anzahl der Menschen mit Übergewicht, Diabetes und Herzerkrankungen zu senken. Doch in Deutschland bleibt diese Versteuerung noch aus, obwohl es die Verbraucherschützer in Deutschland fordern.

Täglich nehmen wir zu viel Zucker durch Softdrinks auf. Hinzukommt, dass uns die genaue Zuckerangabe der Getränke oftmals gar nicht bewusst ist.

Beispiel:
Coca-Cola 1l = 35 Würfelzucker
Limonade 1l = 34 Würfelzucker
Apfelschorle 1l = 21 Würfelzucker
1 Dose Energy Drink = 9 Würfelzucker

Aufgrund der gravierenden Folgen durch zu hohen Zuckerkonsum erhöhen Großbritannien und Irland die Steuern auf die Süßgetränke. Befindet sich in einem Getränk mehr als 50 Gramm Zucker pro Liter, kassiert der Staat ca. 20 Cent mehr dafür.
Das diese Maßnahme funktioniert, sieht man an den Ländern Frankreich und Mexiko. Dort haben derartige Abgaben den Zuckerlimonadenkonsum gesenkt.

Foodwatch, eine Verbraucherorganisation, fordert die deutsche Regierung auf, auch so eine Regelung einzuführen. Allerdings lehnt die Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner den Vorschlag ab mit der Begründung, dass damit das Grundproblem der falschen Ernährung nicht gelöst wird.

Martin Rücker von Foodwatch macht eine klare Ansage: "Zuckerhaltige Getränke sind die neuen Zigaretten".
Foodwatch erstellte einen "Coca-Cola-Report" und wirft dem Konzern unteranderem vor, Kinder und Jugendliche unverantwortlich auf das Süßgetränk aufmerksam zu machen. Cola-Cola wirbt auf den verschiedensten Kanälen mit Fußballstars, YouTube- und Instagram Idolen, die viele Jugendliche als Vorbilder sehen.

Eine Stellungnahme von Coca-Cola liegt auch schon vor. Sie kontern mit der Aussage, dass Übergewicht ein komplexes Phänomen ist und einfache Antworten verlockend sind aber nicht das Problem lösen.

Die höhere Versteuerung wir allerdings in Deutschland nicht allzu schnell eintreten.
Die Bundesregierung muss sich dem Vorwurf stellen, dass sie zu sehr auf das Interesse der Zuckerlobby eingehen.

Erste Umsetzungen mit reduziertem Zuckeranteil in den Getränken gibt es schon. Der Irn-bru Softdrink aus Schottland stellt zum großen Teil auf den Süßstoff Aspartam um. In Großbritannien reagierte Coca-Cola und stellte die Süßgetränke Sprite und Fanta mit verringertem Zuckergehalt her wozu dem Konzern zwei Jahre zur Verfügung standen.

Was sagen Sie dazu? Sollte Deutschland die Steuern für die Süßgetränke erhöhen?